|
|
||
|
Über den Club |
||
|
|
||
|
|
||
|
|
||
|
Vereinschronik des Modelleisenbahnclub des Flughafen Tempelhof ( aus der Sicht eines Mitgliedes , das fast von Anfang an dabei ist )
Von Mario Klewer
Der Verein wurde im Sommer 1982 , genauer gesagt im Juni , offiziell gegründet , bzw. wurden ab diesem Termin Vereinsbeiträge bezahlt . Zu diesem Zeitpunkt existierte der Verein aber schon eine längere Zeit . Die Gründungsmitglieder, alle durchweg Zivilbedienstete der US-Streitkräfte bzw. Angehörige dieser , hatten bereits die Clubräumlichkeiten hergerichtet . Diese befanden sich auf dem damals nicht öffentlich zugänglichen Teil des Flughafens Tempelhof . Zu den Arbeiten an den Clubräumen zählten u. a. Demontage alter Rohre , Herausreißen alter Heizkessel und Abbruch alter Betonfundamente und natürlich diverse Malerarbeiten . Wie es zu der Festlegung des Themas gekommen ist , kann nicht mehr mit Bestimmtheit gesagt werden . Fakt ist , es sollte eine Vorbildsituation nachgestaltet werden mit einem Berliner Vorbild in den 30iger Jahren . Zunächst überlegte man natürlich , den Anhalter Bahnhof nachzubauen . Aber durch seine Ausmaße kam man schnell davon ab . Die Anlage sollte nicht tiefer als 2 m sein , da man von beiden Seiten gut bis zur Mitte greifen können sollte , um bei eventuell auftretenden Störungen leicht eingreifen zu können . In der Landesbildstelle gelangte man durch Zufall an die Originalpläne des Berlin Görlitzer Bahnhofes . Dieser war in seinen Ausmaßen nicht zu groß und erlaubte durch ein paar Modifikationen auch einen interessanten Fahrbetrieb . Schnell war das Thema gefunden . Man wollte den Bahnhof mit anschließendem viergleisigem Streckenverlauf bis zum Bahnhof Baumschulenweg nachbauen . Was zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht berücksichtigt wurde , war der Umstand , das der Görlitzer Bahnhof für Berliner Verhältnisse eher ein untergeordneter Bahnhof war , d. h. es gab kaum Originalfotos , nur retuschierte Postkarten . Der Bahnhof selbst war seit 1975 verschwunden . Auch der Bahnhof Baumschulenweg lag in unerreichbarer Ferne . Dieser lag im damaligen Ostteil Berlins . Doch darüber machten wir uns noch keine Gedanken . Zunächst wurde das Bahnhofsgebäude nach alten Plänen nachgebaut und ein Grobplan der Gleisanlagen erstellt . Dabei wurden bereits die ersten Kompromisse eingegangen und leichte Modifikationen des Originalplanes wurden vorgenommen. Da der Bahnhof wie gesagt nur eine untergeordnete Rolle im Berliner Verkehr spielte , fuhren von ihm auch keine höherwertigen Reisezüge ab . Es fuhren hauptsächlich dampfbespannte S-Bahn-Züge , Richtung Königs Wusterhausen , Nahverkehrszüge und Wochenend- und Urlauberzüge ins Riesengebirge und den Spreewald . Um den Fahrbetrieb aber interessanter zu gestalten , einigten wir uns darauf , Triebfahrzeuge auf der Anlage fahren zu lassen , welche zwischen Mitte der 20iger und Ende der 30iger Jahre in Berlin anzutreffen waren . Da in dieser Zeit die LandesVersuchsAnstalt ( LVA ) Grunewald ihren Hauptsitz hier in Berlin hatte , konnten damit fast alle ehemaligen Reichsbahnmaschinen auf der Modellbahnanlage fahren gelassen werden . Das Stammkapital des Vereins wurde damals durch 2 Aufräumaktionen auf dem Flughafen Tempelhof ( nach den Tagen der Offenen Tür ) erarbeitet . Die Triebfahrzeuge sind allesamt Privateigentum der Mitglieder , bis auf wenige Ausnahmen . Es wurden jedoch einige Richtlinien festgelegt , um einen möglichst reibungslosen Fahrbetrieb zu ermöglichen . Dazu zählt u. a. der Einbau von Faulhabermotoren in die Triebfahrzeuge , der Anbau einer "Originalkupplung" an der vorderen Pufferbohle , sowie "Weinert"-Laternen und eine Hakenkupplung an der hinteren Pufferbohle . Nachdem der grobe Gleisplan des Bahnhofes fertiggestellt war , gingen wir daran , die viergleisige Hauptstrecke bis zum Bahnhof Baumschulenweg nachzubauen . Als das erledigt war kam ein etwas größeres Problem auf uns zu . Der Bahnhof Baumschulenweg selbst . Es gab keine Pläne , geschweige denn irgendwelche Fotos . Der Bahnhof lag ja im Ostteil der Stadt , es war also nicht so einfach an ihn heranzukommen , zumal das Fotografieren auf Bahngelände ohne Fotoerlaubnis verboten war . Doch da half uns der Zufall weiter . Eines unserer Vereinsmitglieder hatte Bekannte im Ostteil , welche nicht weit entfernt vom Bahnhof Baumschulenweg wohnten . Dieser Bekannte fuhr zum Bahnhof und schritt die wichtigsten Entfernungen zu Fuß ab und erstellte darauf hin eine Skizze . Aufgrund dieser Skizze konnten wir wenigstens mit dem Rohbau des Bahnhofes beginnen . Da ich selbst den Bau des Bahnhofes übernommen habe , fuhr ich einige Zeit später selber rüber , um trotzdem einige Fotos vom Bahnhof und seiner Umgebung anzufertigen . Wobei mir auch schon die ersten Fehler unserer bisherigen Bautätigkeiten auffielen . Da es rechts und links der Strecke nur Gartenkolonien und Wohnhäuser gab , entschlossen wir uns , das Ganze etwas aufzulockern , indem wir unsere Ziele dahingehend korrigierten , uns nicht an das Original zu halten , sondern ein Berlintypisches Umfeld darstellen . Was uns nun auch ermöglichte eine Eisenbahnersiedlung , Fabriken und eine Gasanstalt mit auf die Anlage zu integrieren . Am Ende des Bahnhof Baumschulenweg folgt die Überquerung des Britzer Zweigkanals , bevor die Gleise in unserer Gleiswendel einschwenken , die viergleisig zu den , eine Etage tiefer gelegenen , Schattenbahnhöfen führen . Die erste Variante der Gleiswendel war kreisförmig . Dies führte jedoch schon bald zu den ersten Schwierigkeiten für einige Maschinen , da Steigung + Radius einen zu großen Reibungswiderstand boten , und die Züge teilweise die Steigung nicht mehr bewältigten . Als nächstes wurde die Gleiswendel dahingehend abgewandelt , das einige Etagen eingefügt wurden , um die Steigung zu verringern . Aber aufgrund des nachträglichen Einbaus der zusätzlichen Etagen , verzogen sich die Gleise , was zu einem nicht mehr reibungsfreien Zugbetrieb führte . Es kam immer häufiger vor , dass Schienenstöße entstanden an denen besonders die Lokomotiven mit Vorlaufdrehgestellen entgleisten . Dies führte zur dritten und vorläufig ( und hoffentlich ) auch letzten Variante . Dies war ein kompletter Neubau der Gleiswendel . Diese hat nun die Form eines großen Ovals . Die Steigungen befinden sich an den Längsseiten ( auf den geraden Strecke ) und die Kurven liegen auf einer Ebene mit möglichst großen Radien . Bei der Verlegung der Gleise wurde peinlichst auf einen gleichmäßigen Gleisabstand geachtet und die Gleise wurden zusätzlich mit Heißkleber auf der Platte fixiert , um ein nachtägliches Verziehen zu vermeiden . Nachdem die Gleiswendel fertiggestellt war , wurde der Fahrbetrieb optimiert . Da wir eine viergleisige Hauptstrecke besitzen , ist diese in zwei Stromkreisen unterteilt , wobei jeweils ein Gleispaar für den Vorort- und Nahverkehr und das andere Gleispaar für den Fern- und Güterverkehr vorbehalten ist . Um den Fahrbetrieb einfacher zu gestalten wurden die Stromkreise in einzelne Blockstellen unterteilt . Die Schaltung der Signale erfolgt durch die Züge selbst , mittels Reedkontakte . Die Züge schließen das Signal nach Durchfahrt und öffnen es wieder nach der nächsten Blockstelle , so das immer eine freie Blockstelle zwischen einem Zugpaar vorhanden ist . Auch sind die Schattenbahnhöfe ( 10 Gleise/Stromkreis ) weitestgehend automatisiert . Die Blockstellen sind mit Signalen gekoppelt , die zu Beginn von Märklin stammten und von uns auf Unterflurantrieb umgerüstet wurden . Zur Zeit werden diese durch die optisch ansprechenderen Viessmann-Signale ersetzt . Weiterhin erhielt unser Hauptstellpult ( wir haben drei an der Zahl ) eine neuere Überarbeitung . Es wurden die Lampen und Taster ausgetauscht , um eine gleichmäßigere und bessere Beleuchtung dieser zu erreichen . Aber es gibt noch jede Menge zu tun . Die Stadthäuser mit den dazugehörigen Straßen müssen noch gebaut werden . Da es im Zubehörsektor keine Berlintypischen Stadthäuser gibt ( die bezahlbar sind ) , entstehen die Fassaden im "Eigenbau" bzw. Kitbashingverfahren , wobei wir hauptsächlich auf die Pola-Fassaden der Stadthäuser zurückgreifen , da diese den Berliner Stadthäusern am ähnlichsten sind , sie müssen lediglich in der Geschosszahl verändert werden . Auch soll noch eine Polizeikaserne , ein kleiner Rummelplatz und , und , und ... entstehen . Aber es gibt auch andere Ereignisse , die den Verein ein wenig ins Rampenlicht der Öffentlichkeit führten . Dazu zählen u. a. , der Auftritt der Anlage als Kulisse für einen Werbespot des ORB und diverse Besuche von eisenbahninteressierten Gruppen bzw. anderen Vereinen . Wir werden sehen , was die Zeit noch bringt , aber dazu mehr im Laufe der Jahre . |
||
|
|
||
|
|
|
Letzte Rev. 08.03.2006 |
|
|
||
|
|
|
|